ISDN-Ablösung: Wenn das Unternehmen stillsteht

– diese 5 Fehler sollten Sie bei der Umstellung vermeiden!

Die geplante ISDN-Ablösung der Carrier und Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Telekom oder Vodafone betrifft nicht nur private Nutzer, auch Unternehmen bleiben davon nicht verschont. Während die Umstellung von ISDN auf ALL-IP in den Haushalten nahezu reibungslos verläuft, stehen Unternehmen – meist ohne es zu wissen – vor weit größeren Herausforderungen: Denn eine undurchdachte, konzeptionslose ISDN-Ablösung kann teuer werden und im schlimmsten Fall sogar das gesamte Unternehmen stilllegen. Erfahren Sie in unserer schnell-Checkliste, welche 5 Fehler Sie unbedingt bei der Umstellung von ISDN auf ALL-IP vermeiden sollten.

1. Die Kapazität des Internetanschlusses wird nicht überprüft.

Wie der Name ALL-IP schon andeutet, werden Telefonate digital und paketvermittelt über das Internetprotokoll übertragen. Bei durchschnittlich 150kb im Download und Upload pro Gespräch, kann es bei mehreren Telefonaten, die gleichzeitig geführt werden in Kombination mit Internetnutzung, zu Ausfällen bei Telefonaten kommen. Auch ein eingebundenes Warenwirtschaftssystem kann dadurch mindestens kurzzeitig zum Erliegen kommen. Deswegen gilt: Überprüfen Sie unbedingt die Leistungsfähigkeit Ihres Internetanschlusses sowohl im Download als auch im Upload!

 

2. Hardware-Komponenten werden nicht oder nur teilweise überprüft 

Ein häufiger Fehler in Unternehmen bei der Umstellung von ISDN auf ALL-IP besteht in der lückenhaften Betrachtung der für die Kommunikation benötigten Hardware. Ein Klassiker hier ist das Power over Ethernet Kabel. Diese Kabel, auch Netzwerkkabel genannt, sind nicht grundsätzlich so konfiguriert, dass sie die Netzteile der neuen ALL-IP-Telefone mit Strom versorgen können. Ein weitere wichtiger, sprichwörtlicher hart-Fakt ist die Sicherstellung der Netzabdeckung bei Nutzung von Mobilfunkgeräten oder schnurlosen IP-Telefonen beispielsweise in Keller- und Lagerräumen. Wichtig: Vor dem Kauf von neuen ALL-IP-Telefonen achten Sie unbedingt darauf, ob Ihre Netzwerkkabel ALL-IP-fähig sind und die Netzabdeckung ausreichend ist, so vermeiden Sie Überraschungen beim Anschluss!

 

3. Prozessoptimierungen und Effizienzsteigerungen werden verschenkt

 Das Ablösen von ISDN in Unternehmen erfordert grundsätzlich einen genauen Blick auf die technische Kommunikationsinfrastruktur. Wenn Sie diese durch das Abschalten von ISDN sowieso überarbeiten müssen, dann nutzen Sie diese Pflicht als Chance, und stellen Sie Ihre Unternehmensprozesse auf den Prüfstand. Ist es nicht viel effizienter, wenn Bestellungen nicht mehr über Fax eingehen, sondern direkt in ein integriertes Warenwirtschaftssystem fließen? Auch können Sie die Gelegenheit nutzen, um Team- und Kundenprozesse durch Unified Communication Kommunikationszentralen zu optimieren. Tipp: Machen Sie die Pflicht zur Tugend, und nutzen Sie die Gelegenheit, Prozesse auf den Prüfstand zu stellen!

 

4. Das wird leicht übersehen: ISDN steckt in vielen Komponenten und Anlagen

Betrachten Sie unbedingt auch so genannte Sonderdienste wie Alarmanlagen, Feuermelder, Notrufsysteme, Zählerfernausleser oder EC-Cash- und Schrankensysteme. „Was haben diese mit ISDN zu tun?“, fragen viele Kunden. Die Kommunikation beispielsweise beim Auslösen einer Alarmanlage mit dem Sicherheitsdienst oder einer Notzentrale funktioniert häufig über den ISDN-Anschluss. Wichtig: Überprüfen Sie genau, in welche Kommunikation ISDN in Ihrem Unternehmen überall eingebunden ist, im Unglücksfall kann dies großen Schaden verhindern.

 

5. Die Technik erneuern, aber die Mitarbeiter nicht auf den neuesten Stand bringen

Auch wenn Sie alle vier genannten Punkte in Ihre ISDN-Ablösung einbeziehen, vergessen Sie Ihre Mitarbeiter nicht. Neue Technologie löst bei einigen Angestellten Begeisterung aus, andere fühlen sich jedoch überfordert und fremdeln mit den neuen Geräten und Prozessen. Dies kann bis hin zu einer Verweigerungshaltung führen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass Sie Ihre Mitarbeiter rechtzeitig über die Änderung informieren und wenn nötig, Schulungen durchführen. Tipp: Ein frühzeitig informierter Angestellter, der über die Vorteile und Nutzen informiert wird, wird Änderungen schneller akzeptieren und umsetzen. Mensch – Organisation – Technik. Der Mensch steht bei uns bewusst an erster Stelle!

 

 

Zeitplan:

 

Die ISDN-Ablösung ist beschlossene Sache. Fast dreißig Jahre nach der Einführung (1989 erstmals in Deutschland) des Integrated Services Digital Network steht das Ende der Technologie bevor. ISDN gilt mittlerweile als ineffizient und veraltet, ALL-IP ist auf dem Vormarsch. Wann Ihr Netzbetreiber ISDN für Geschäftskunden einstellt, sehen Sie in unserem Überblick:

 

Netzbetreiber Zeitplan
Telekom Offiziell bis 2018, realistisch: 2019
Vodafone Bezug von ISDN bis 2022 möglich
Telefonica Support bleibt ohne Zeitangabe
1&1 Versatel Support bis 2020
M-net Support bis 2020
EWE Tel Bis 2019 ist ISDN für Neukunden verfügbar, Support bis 2022
HFO Für Neukunden nur ALL-IP, Bestandskunden-Support bis 2022
QSC Kein genaues Datum, mindestens bis 2019
Ecotel Nutzung von ISDN bis 2021 möglich

 

 

 

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